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Unsere Tour zum Jahreswechsel nach Montenegro – Silvester mal tierisch

Unsere Tour zum Jahreswechsel nach Montenegro, Silvester mal tierisch

Bereits im Oktober, während der Kastrationswoche, entstand bei Hanne, Ivonne und Maik der Wunsch, den Jahreswechsel in Montenegro zu verbringen. Nach intensiver Planung und Organisation, mit dem Ziel, mehrere Tierschützer vor Ort zu besuchen und Hunde mit nach Deutschland zu nehmen, machten wir uns an den Weihnachtstagen mit zwei Campern, voll beladen mit Spenden, auf den Weg.

Diese Fahrten nach Montenegro sind körperlich, vor allem aber emotional sehr fordernd. Kaum eine Straße, kaum eine Mülltonne, an der nicht ein hungriger Hund mit ängstlichem Blick nach Nahrung sucht. Kaum ein Grundstück ohne Tiere an der Kette, oft ohne Schutz vor Kälte und Nässe. Viele dieser Bilder begleiten uns lange, manche ein Leben lang. Dennoch schauen wir nicht weg, unsere Kastrations- und Rettungstouren sind ein wichtiger Schritt, um nachhaltig zu helfen.

Am 29.12.2025 trafen wir uns in Montenegro bei den deutschen Auswanderern Julia und Ralf, die uns ihr Grundstück als Camp zur Verfügung stellten. Die Tage waren geprägt von aktiver Tierschutzarbeit, die Abende vom Austausch, gemeinsamen Kochen und der Planung der nächsten Schritte. Ein kleines Lagerfeuer mit Glühwein am Ankunftstag ließ uns gemeinsam ankommen. Noch vor Beginn unserer Tour begegneten wir einer Hündin mit Welpen, die in einem nahegelegenen Gebüsch lebten und von Julia versorgt wurden. Umso erleichternder war es, später zu erfahren, dass sie inzwischen in Sicherheit ist und ihre Welpen behütet großziehen kann. Wir hatten zwei unserer eigenen Hunde dabei. Kaum angekommen, schloss sich uns ein weiterer Hund an, der uns fortan nicht mehr von der Seite wich. Wir nannten ihn Leo, ein freundlicher Jagdhund mit Verletzung am Hinterlauf und kaum Schutz vor der Kälte. Ohne viele Worte waren sich Hanne und Ivonne einig, auch Leo braucht ein sicheres und warmes Zuhause. Natürlich fütterten wir ihn und boten ihm ein warmes Plätzchen im Camper an.

Tag 1

Mit einem Camper voller Spenden besuchten wir unsere erste Tierschützerin Mirjana, die neben zahlreichen Hunden auch andere Tiere versorgt. Die große Anzahl der Tiere, viele davon in schwierigen Haltungsbedingungen, machte diesen Besuch sehr bewegend. Einige Hunde konnten bereits während unserer letzten Kastrationswoche kastriert werden, eine wichtige Unterstützung für ihre aufopferungsvolle Arbeit.

Für eine Hündin sollte dieser Tag jedoch alles verändern, Bernie. Sie war bereits für die Ausreise nach Deutschland vorbereitet worden und durfte nach einem sehr emotionalen Vormittag mit uns ins Camp zurückkehren. Dort lebte sie bis zu ihrer Ausreise gemeinsam mit Ivonne, Maik und Hund Diego im Camper.

Am Nachmittag besuchten wir die Tierschützerin Daliborka, die mit viel Herz eine Auffangstation und Hundepension betreibt. Sie nahm sich Zeit, uns ihre Hunde zu zeigen und Einblicke in ihre tägliche Arbeit zu geben. Mit einem Hund, für den sie sich besonders eine Vermittlung wünscht, machten wir noch einen gemeinsamen Spaziergang. Am Abreisetag holte Hanne zwei ausreisebereite Hunde bei Daliborka ab, um sie mit nach Deutschland zu nehmen. Den Abend ließen wir bei gutem Essen und Gesprächen im Camp ausklingen.

Tag 2

Hanne fuhr mit Leo zur Tierärztin. Seine Verletzung wurde versorgt und er wurde kastriert. Leo hatte sich längst in unser kleines Rudel integriert und begleitete uns bei allen Gassigängen rund ums Camp. Für uns stand fest, Leo wird mit nach Deutschland kommen. Eine Tierschützerin erklärte sich bereit, ihn bis zu seiner Ausreise aufzunehmen.

Parallel machten sich Ivonne und Maik auf den Weg ans Meer, um Tinsel aus einer Tierpension abzuholen. Tinsel war Monate zuvor von einem Vereinsmitglied gefunden worden und konnte damals nur vorübergehend untergebracht werden. Die Übergabe fand an einer Tankstelle statt, warum wir die Pension selbst nicht sehen durften, bleibt unklar. Die Rückfahrt dauerte aufgrund einer Demonstration deutlich länger als geplant. Erst spät am Abend kamen sie mit drei Hunden an Bord wieder im Camp an. Trotz des langen Tages verstanden sich alle Hunde gut.

Tag 3, Silvester

Am Silvestertag trennten sich unsere Wege für eine Nacht. Hanne blieb bei Julia und Ralf und verbrachte den Tag bei der Tierärztin sowie bei Daliborka. Ivonne und Maik fuhren zur Auffangstation nach Nikšić zu Srdjan, den Ivonne aus einem mehrmonatigen Aufenthalt im Vorjahr gut kennt. Das Wiedersehen mit ihm und seinen Hunden war kurz, aber sehr vertraut und emotional.

Der Jahreswechsel verlief ruhig und entspannt. Am 01.01.2026 traten wir unsere Heimreise an, mit Freya und Hunter an Bord. Da auch Julia und Ralf an diesem Tag Richtung Deutschland aufbrachen, legten wir mit drei Campern und zehn Hunden eine gemeinsame Zwischenübernachtung in Slowenien ein. Am 02.01.2026 kamen wir erschöpft, aber glücklich wieder in Deutschland an.

Nun bleibt etwas Zeit, das Erlebte zu verarbeiten, bevor Ende März bereits die nächste Tour ansteht. Hanne und Ivonne werden erneut nach Montenegro fahren und Leo sowie neun weitere Hunde nach Deutschland holen. Wir freuen uns sehr auf diese Fahrt, vor allem auf die Hunde, die wir in ein neues Leben begleiten dürfen, auch wenn uns der Gedanke an das Leid vor Ort jedes Mal mit Traurigkeit erfüllt.