Spenden, Tierschutzdemo und zehn gerettete Hunde
Am Mittwochabend starteten Marianne und Bernd mit ihrem beladenen Camper in Richtung Montenegro. Mit an Bord waren zahlreiche Spenden für unsere Tierschützer und Tierärzte vor Ort: Futter, Medikamente, Geschenke sowie dringend benötigte Materialien für Operationen und die medizinische Versorgung der Tiere.
Die erste Etappe führte nach St. Michael ob Bleiburg in Kärnten, nahe der slowenischen Grenze, wo die beiden übernachteten. Am Donnerstag ging die Reise weiter durch Slowenien, Kroatien und Bosnien bis nach Spuž zu unserer Tierschützerin Daliborka. Nach der Ankunft wurde der Camper ausgeladen und Daliborka konnte viele wertvolle Spenden entgegennehmen. Den Abend ließen Marianne und Bernd gemeinsam mit ihr und ihrem Mann Milan in herzlicher Atmosphäre ausklingen. Am Freitagmorgen stand zunächst der Besuch bei Daliborkas Hunden auf dem Programm. Die Tiere wurden angeschaut und fotografiert, damit sie künftig vorgestellt und passende Familien für sie gefunden werden können. Aktuell leben etwas mehr als 40 Hunde auf Daliborkas Grundstück. Sie sind auf mehrere Bereiche verteilt, die sehr sauber, durchdacht und hervorragend organisiert sind. Es ist jedes Mal beeindruckend zu sehen, mit wie viel Einsatz und Fürsorge Daliborka ihre Schützlinge versorgt. Außerdem gab es wichtige organisatorische Gespräche: Ab der darauffolgenden Woche sollten die ersten Volontäre über Animal Soulmates zu Daliborka kommen und sie bei der täglichen Arbeit unterstützen.
Um 9 Uhr machten sich Marianne und Bernd auf den Weg nach Nikšić zu unserer Tierärztin Saška. Auch für sie hatten sie Spenden dabei, darunter spezielle Medikamente und dringend benötigtes Operationsmaterial. Gemeinsam mit Saška, weiteren Tieraktivistinnen und Tieraktivisten sowie unseren Tierschützern Daliborka und Srđan ging es anschließend zu einer Demonstration im Zentrum von Nikšić. Hintergrund war die Ankündigung der Kommunalverwaltung, die Stadt „säubern“ zu wollen. Straßenhunde sollten eingefangen und in die sogenannte Free Zone gebracht werden. Dieses Vorgehen widerspricht jedoch dem mit Animal Soulmates vereinbarten Kastrationsprogramm nach dem CNVR-Prinzip: Catch, Neuter, Vaccinate, Return – also Einfangen, Kastrieren, Impfen und Zurückbringen. Eine unkontrollierte Aufnahme vieler weiterer Hunde würde die Free Zone schnell überlasten. Zu viele Tiere auf engem Raum können zu Stress, Konflikten und einer erhöhten Ausbreitung von Krankheiten führen. Nachhaltiger Tierschutz bedeutet nicht, Hunde lediglich von der Straße zu entfernen. Es braucht Kastrationen, medizinische Versorgung, Impfungen und langfristig durchdachte Lösungen. Auch das Fernsehen war bei der Demonstration vor Ort. Bernd gab ein Interview und machte deutlich, dass Animal Soulmates gemeinsam mit den lokalen Tierschützerinnen und Tierschützern gegen dieses Vorgehen Widerstand leisten wird.
Nach der Demonstration ging es weiter zu unserer Auffangstation bei Srdjan. Natürlich wurden zunächst alle Hunde ausgiebig begrüßt. Außerdem entstanden Fotos von den Neuankömmlingen, damit auch sie bald vorgestellt werden können und die Chance auf ein liebevolles Zuhause erhalten. Währenddessen liefen bereits die Vorbereitungen für die Rückfahrt. Ursprünglich sollten zwei Camper nach Montenegro fahren, doch das zweite Fahrzeug war kurzfristig ausgefallen. Zum Glück erklärten sich Sabi und Tom aus Wiener Neustadt sofort bereit, erneut einzuspringen. Sie fuhren am Freitag nach Südkroatien zu einem vorher vereinbarten Übergabeplatz. Am Samstagmorgen begann um 7 Uhr die Rückreise. Zunächst wurden zwei Hunde bei Srdjan abgeholt. Danach ging es zu Saška, wo drei weitere Hunde in den Camper einzogen. Die zugehörigen Papiere wurden sorgfältig geprüft und für die Reise mitgenommen. Parallel dazu startete Daliborka mit fünf ihrer Hunde, die ebenfalls nach Deutschland ausreisen durften. Alle trafen sich am vereinbarten Übergabeort in Südkroatien. Dort wurden Daliborkas Hunde auf die Camper von Bernd sowie Sabi und Tom verteilt. Gemeinsam machte sich die Gruppe auf den Weg nach Kärnten. Gegen 20:30 Uhr erreichten sie den Hundeplatz von Elke und Josef in St. Michael ob Bleiburg. Nach der langen Fahrt durften alle zehn Hunde aus den Fahrzeugen, sich bewegen und wurden in Ruhe gefüttert. Auch für die Menschen gab es eine wohlverdiente Stärkung: Pizza und ein kühles Bier rundeten den anstrengenden, aber erfolgreichen Tag ab.
Am Sonntagmorgen begann der Tag bereits um 6 Uhr. Die Hunde durften noch einmal nach draußen, bevor alle zehn in Bernds Camper untergebracht wurden. Sabi und Tom fuhren von dort direkt zurück nach Wiener Neustadt. Für Marianne und Bernd begann die letzte Etappe ins Allgäu. Um 14 Uhr erreichten sie schließlich ihr Ziel. Dort warteten bereits die ersten Adoptantinnen und Adoptanten sowie Mitglieder unseres Vereins, die einen Hund auf Pflegestelle aufnehmen wollten. Bis spät am Sonntagabend gab es noch viel zu organisieren. Jeder Hund musste sicher übergeben, versorgt und mit den wichtigsten Informationen in sein neues Umfeld begleitet werden. Am Ende waren jedoch alle zehn Hunde entweder bei ihren neuen Familien oder auf einer liebevollen Pflegestelle angekommen. Erschöpft, aber glücklich und zufrieden, konnten Marianne und Bernd schließlich ins Bett fallen.